XBRL steht für "eXtensible Business Reporting Language". XBRL™ ist eine frei verfügbare elektronische Sprache für das "Financial Reporting", also den Austausch von Informationen von und über Unternehmen, insbesondere von Jahresabschlüssen. XBRL bietet einen Standard für die Erstellung, die Verbreitung/Veröffentlichung, Auswertung und den Vergleich solcher Informationen.
Die technische Basis von XBRL ist die Sprache XML (Extensible Markup Language), eine Web-Sprache, die dem bekannteren Vertreter HTML verwandt ist, jedoch einen anderen Schwerpunkt hat und sich damit besonders für den angestrebten Zweck eignet.
Der Standard XBRL ermöglicht es, dass Unternehmen ihre Daten nur einmal in dieser Form aufbereiten und mehrfach nutzen: zur Veröffentlichung (zum Beispiel im Internet) und zur Information von Geschäftspartnern, Kreditgebern, Aufsichtsorganen oder dem Bundesanzeiger.
Das berichtende Unternehmen (preparer) kann den Umfang der weiterzugebenden Daten nach wie vor von Fall zu Fall selbst festgelegen. XBRL legt keine neuen Berichtspflichten fest und nimmt keinen Einfluss auf Bilanzierungsstandards, die ein Unternehmen anwendet - XBRL stellt jedoch die Mittel bereit, die zu erstellenden und weiterzugebenden Informationen sachgerecht und strukturiert darzustellen sowie automatisiert zu verarbeiten.
Softwareindustrie und Dienstleister für das Rechnungswesen rüsten in ihren Systeme zunehmend geeignete Funktionen nach.
Für die Informationsempfänger (consumer) liegen die Vorteile darin, dass er sich nur auf ein Format für alle ankommenden Daten einstellen muss. Er kann die Daten, da sie im logischen Aufbau stets identisch sind, effizient weiterverarbeiten, das heißt ohne aufwendige und fehleranfällige manuelle Aufbereitung in seine Datenbestände und Auswertungssysteme übernehmen.
Fazit: XBRL bietet die Voraussetzungen, den gesamten Informationsfluss - von der Quelle bis zum Empfänger - zu beschleunigen, qualitativ zu verbessern und kostengünstiger zu machen.
Wichtige XBRL-Begriffe
Eine Taxonomie (engl. taxonomy) definiert die verschiedenartigen Elemente, aus denen ein XBRL-Informationspaket bestehen kann (also etwa den Namen eines Unternehmens oder die einzelnen Positionen von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) und ihre Beziehungen zueinander (zum Beispiel, dass "Umlaufvermögen" ein Teil der Gesamtsumme der Aktiva ist).
Der Verein XBRL Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Taxonomy für den Geltungsbereich des deutschen Bilanzrechts (basierend auf Handelsrecht, Aktiengesetz und anderen einschlägigen Gesetzen und Regelungen, einschließlich der Standards des DRSC) zu entwickeln und zu betreuen. Diese Taxonomy nach dem gegenwärtigen Stand können sie hier abrufen.
Neben der Taxonomie nach deutschem Recht (HGB-Taxonomie) liegen für die Accounting Standards US-GAAP und IAS/IFRS weitere Versionen vor. Darüber lieben weltweit vielfältige Taxonomien vor, mit denen lokale Rechnungslegungsstandards oder Berichtspraxen abgebildet wurden.
Unternehmen oder Unternehmensgruppen, die XBRL zusätzlich oder ausschließlich für das eigene interne Reporting nutzen wollen, können vorhandene Taxonomies nach Bedarf für die eignen Belange erweitern. Da Erseiterbarkeit eine wesentliche Eigenschaft von XBRL ist können die Berichtsersteller mit einer erweiterten Taxonomy interne und externe Berichtswege gleichermaßen abzudecken. Eine Instanz (engl. instance) ist ein elektronischer Bericht, der die konkreten Daten (in XBRL Fakten oder engl. facts) eines bestimmten Falles enthält, also etwa ein über das Internet veröffentlichter Geschäftsbericht. Weil es das primäre Ziel von XBRL ist, den automatisierten Austausch von Daten zu unterstützen, spielt das Layout des Berichts in den meisten Anwendungsfällen eine untergeordnete Rolle. Mit dem neuen XBRL-Standard Inline XBRL können die Daten eines Berichts im Erscheinungsbild nach Belieben gestaltet werden, ohne dass dies auf die automatisierte Verarbeitung Einfluss hat.
Eine Instanz benutzt die Taxonomy als technische Referenz. Das hat den Vorteil, dass grundlegende Eigenschaften der einzelnen Elemente (zum Beispiel ob es sich um Zahlen oder Textinformationen handelt, ob sie in eine Addition einfließen oder nicht) schon allgemeingültig festgelegt sind; gleichzeitig wird damit erreicht, dass nur vordefinierte Elemente benutzbar sind. Die Instanz gibt somit Auskunft darüber, welche Taxonomy zugrunde liegt. Damit kann beispielsweise geprüft werden, ob "Rohmaterial" eine gültige Position ist; ferner folgt daraus, wie die Unterpositionen von "Rohmaterial" rechnerisch zu behandeln sind und welche Textbezeichungen dazu gehören. Außerdem sind in der Instanz allgemeine Unternehmensdaten und weitere Details zu Art und Inhalt der Veröffentlichung zu finden.
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